Claudia Bolliger, geboren 1964 in Muri AG, kam schon als Kind mit Kunst in Berührung. Familiäre Aufenthalte im Wohnatelier Ihres Grossonkels, Werner F. Kunz (1896-1981), einem grossartigen Schweizer Bildhauer und Plastiker mit vielen bekannten Werken, beeinflusste ihr Gespür und Interesse in eine künstlerische Richtung schon sehr früh. Während ihres inzwischen über 30-jährigen autodidaktischen Studiums der Malerei, entstanden anfänglich Werke mit Formen des Expressionismus, Aktstudien, Stilleben und Landschaftsbilder mit Architektur. Die abstrakte Malerei mit einer Kombination unterschiedlicher Maltechniken ist charakteristisch für ihre Bildexperimente und bildet heute einen Schwerpunkt ihrer Arbeiten. Oft verzichtet sie ganz auf den Pinsel und verwendet stattdessen Spachtel und/oder Schwamm. Eine präzise und ausgewogene Bildgestaltung zeichnet die Künstlerin aus, wobei sie solange daran arbeitet bis eine farbliche und gestalterische Gesamtkomposition in lückenloser Vollkommenheit entsteht. Ihre Inspiration gewinnt sie immer wieder aus verschiedenen visuellen Eindrücken und richtet sich hauptsächlich an das Material oder die Oberflächenstruktur. Es kann z.B. eine frische Betonwand, eine rostige Eisenplatte oder eine alte Holzlatte sein, welche sie dann mit ihrer eigenen ganz speziellen Maltechnik als Bild erarbeitet. Sie interessiert sich auch für eine moderne und anspruchsvolle Innenarchitektur, weshalb ihr Anspruch an ihre Arbeiten als Ganzes im Einklang mit der Einrichtung gilt und nicht nur als einzelnes Bild. Ihr Drang nach „Neuem“ lässt sie nicht in einer einzigen Kategorie erkennen und zeigt ihre vielseitigen Möglichkeiten der Bildgestaltung.